Der Hype um die Social Media Seiten wie Facebook, Xing, LinkedIn und Co. für Unternehmen ist nur bedingt berechtigt. Oft scheitern Unternehmen an eben dieser Entscheidung, das Unternehmen auch im Social Web zu positionieren. So viele Vorteile und Chancen das Web 2.0 auch bietet, so viele Gefahren und Katastrophen lauern auf Unternehmen die unvorbereitet in die Social Media Welt einsteigen.
Katastrophen und Online PR Desaster
Beispiele wie der Social Web Auftritt zu einem schlechten Image des Unternehmens geführt hat, gibt es zur Genüge. Prominentes Beispiel ist etwa die Deutsche Bahn. Mit einem überhastet gestalteten Facebook-Account ging die deutsche Bahn ans Netz und war nach einem zuerst erfolgreichen Start bald mit Kritik an Verspätungen und den Stuttgart 21 Gegnern konfrontiert. Anstatt das Forum der interaktiven Kommunikation für den Kontakt mit den Kunden zu nutzen, tat die deutsche Bahn erstmal nichts und nahm dann das Diskussionsforum vom Netz. Momentan gibt es über 57.500 Fans auf der deutschen Bahn Seite, ein Potenzial dass die deutsche Bahn durch eine schlechte Strategie nicht nutzen kann. Ein weiteres Beispiel ist das Online-Shoppingportal des Unternehmen T-Online, welches seine Kunden mit gefälschten Kundenbewertungen in die Irre führte. Als bekannt wurde, dass das Unternehmen eine Agentur beauftragt hatte um gefälschte Kundenrezensionen zu verfassen, gefährdete es seine gesamte Online-Reputation und Glaubwürdigkeit.
Unternehmen sollten sich aber nicht von den negativen Beispielen abschrecken lassen, sondern vielmehr aus den begangenen Fehlern lernen. Prinzipiell muss einem Unternehmen das einen Social Media Auftritt startet, für die Idee gratuliert werden. Es ist ein Fehler die riesige Zielgruppe im Social Web nicht für sich zu nutzen. Doch bevor mit der Erstellung der sozialen Netzwerk-Seiten begonnen wird, müssen einige andere Schritte getan werden.
Schritte zu einem erfolgreichen Social Media Auftritt
Am Anfang des Prozesses steht nicht die Erstellung eines Facebook-Profils, sondern die Auseinandersetzung mit den neuen sozialen Medien. Das Unternehmen muss sich fragen, wie diese Medien funktionieren, was die speziellen Erfordernisse sind und ob Social Media überhaupt zu dem Unternehmen passt. Wenn sich das Unternehmen für die Einrichtung einer Social Media Seite entscheidet dann muss klar sein, dass die klassischen Marketingregeln nicht direkt auf die Medien anzuwenden sind. Oftmals ist eine Seite im Web 2.0 ein Flop weil die PR- und Marketingabteilungen einfach die Social Media Seiten mit den gleichen Inhalten füllen wie bei klassischen Medien. Bevor der Auftritt umgesetzt wird, muss sich das Unternehmen also mit den Anforderungen auseinandersetzen und seine Strategien anpassen. Das betrifft nicht nur den Bereich Soziale Medien sondern die gesamte Kommunikation und Organisation des Unternehmens.
Social Media Verantwortliche definieren
Wenn die Entscheidung gefällt ist ins Web 2.0 einzusteigen, dann müssen Verantwortliche definiert werden. Die sozialen Netzwerke sind zwar in der Erstellung kostenlos, die erfolgreiche Betreuung ist aber zeitintensiv und erfordert geschultes Personal. Hier muss auch definiert werden, wer für welche Seiten und welche Bereiche zuständig ist, wie etwa welcher Mitarbeiter auf negative Kommentare reagiert. Der letzte wichtige Schritt ist sich Gedanken über das Monitoring zu machen. Bereits im Vorfeld sollte definiert werden, wie der erwartete Erfolg gemessen werden soll und welche Kennzahlen relevant sind. Es muss evaluiert werden ob die definierten Ziele erreicht werden, oder wie die Strategie zur Zielerreichung geändert oder adaptiert werden muss. Das Monitoring ist das A und O für ein erfolgreiches Agieren im Internet, da es zeigt, ob die gesetzten Maßnahmen zu den gewünschten Ergebnissen führen. Erst nachdem all diese Schritte berücksichtigt wurden, erst dann sollte der Einstieg in die Social Media Welt erfolgen.
Fehler im Social Web vermeiden
Die am Anfang angeführten Social Media Katastrophen der Deutschen Bahn und von T-Online sind durch die Missachtung einiger dieser Schritte entstanden. Die Deutsche Bahn ist eventuell überstürzt online gegangen, aber sicherlich ist hier keine Strategie für Kritik oder negative Kommentare erarbeitet worden. Das zeigt sich klar darin, dass negative Kommentare zuerst ignoriert und dann die gesamte Seite gesperrt wurde beziehungsweise keine Diskussion mehr ermöglicht wurde. Das Online-Portal von T-Online hat missachtet, das Social Media auf Transparenz und der Interaktion mit den Kunden beruht. Ein Unternehmen im Web 2.0 muss akzeptieren Bewertungen von KundInnen zu bekommen und eine Strategie entwickeln, wie damit umgegangen wird um die Fehler in positive Kundenbetreuung zu wandeln. Mit der Vortäuschung falscher Kundenbewertungen hat sich das Portal auf jeden Fall ins eigene Knie geschossen. Social Media ist keine Erweiterung der PR- und Marketing-Adressatenliste, sondern ein eigenes Instrument zur Unternehmenskommunikation, das einer Strategie bedarf. Mit einer ausgefeilten und durchdachten Strategie können gröbere Desaster und Katastrophen für das Unternehmens-Image vermieden werden.